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00759 - Römischer Belagerungsturm - 1:87

00759 - Römischer Belagerungsturm - 1:87

  • Bestellnummer: 00759
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:  3
  • Massstab: 1 : 87
  • Länge  10 cm
  • Breite   06 cm
  • Höhe    19 cm


Römischer Belagerungsturm - 1:87

Ein Belagerungsturm war in der Antike weit verbreitet. Schon die Assyrer nutzten ihn zur Belagerung und Eroberung. Die Perser übernahmen diese Angriffsmethode, und auch die Griechen wandten sie bald an. Im antiken Rom wurden Belagerungstürme seit dem 2. Jahrhundert vor Christus verwendet. Ihre ersten Türme bauten die Römer nach griechischem Vorbild.

Belagerungstürme waren unterschiedlich ausgestattet. Die typischen Merkmale zeigt das vorliegende Modell. Auf sechs bis acht Rädern wurde der Turm möglichst nahe an die Mauern der belagerten Städte herangefahren. Damit die Türme bewegt werden konnten, wurde das Gelände planiert bzw. Rampen angelegt. Im unteren Teil war ein beweglicher Rammbock angebracht, mit dem die Mauern eingerissen werden konnten. Darüber befanden sich eine oder mehrere Etagen, von denen aus die Soldaten mit Hilfe einer Fallbrücke auf die Mauer der belagerten Stadt übergehen konnten. Von der obersten Plattform aus konnten Bogenschützen die Wachen auf der Mauer attackieren. Die aus Holz erbauten Türme wurden häufig mit feuerfestem Material verkleidet, um den Turm und die Soldaten im Inneren vor Angriffen mit Brandsätzen zu schützen. Manche Türme wurden sogar mit Eisenplatten gepanzert. Da diese Türme aufgrund ihres Gewichts schwieriger zu bewegen waren und teilweise sogar einstürzten, verzichtete man bald wieder auf diese Panzerung.

Unter Cäsar gab es Belagerungstürme, die bis zu zehn Etagen hatten. Bei der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 nach Christus verwendeten die Römer einen Turm, der über 22 Meter hoch gewesen sein soll. Der größte römische Belagerungsturm war im Jahr 73 nach Christus bei der Stürmung der jüdischen Festung Massada im Einsatz. Aufgrund der Mauerhöhe mussten die Römer für diesen Kampf einen Turm von mehr als 26 Metern Höhe bauen.

Manche Türme wurden mit Tierhäuten behängt, um den Pfeilen der Angreifer den Schwung zu nehmen. Da viele Belagerte ihre Mauern während der Belagerung erhöhten, um die Angriffe mit den Fallbrücken zu vermeiden, soll es noch eine weitere Spezialkonstruktion gegeben haben. Angeblich statteten die Römer einige Türme mit höhenverstellbaren Plattformen aus, die mit Flaschenzügen bedient werden konnten. Leider gibt es kaum Quellen, die die Existenz solcher Türme belegen.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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