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00765 - Magirus-Deutz TLF 16 Feuerwehrwagen - 1:24

00765 - Magirus-Deutz TLF 16 Feuerwehrwagen - 1:24

  • Bestellnummer: 00765
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 3
  • Anzahl Bogen:  11
  • Massstab: 1 : 24
  • Länge  27 cm
  • Breite  10 cm
  • Höhe    12 cm


Magirus-Deutz TLF 16 Feuerwehrwagen

Gut geübte Modellbauer, Technikfans und Freunde nostalgischer Automobile können sich auf den Magirus-Deutz TLF 16 Feuerwehrwagen freuen. Zahlreiche Details wie Türgriffe, Seitenspiegel, Lenkung, Auspuffanlage oder Feuerwehrausrüstung machen dieses Modell zu etwas ganz Besonderem.

Magirus-Deutz Feuerwehrwagen TLF 16
Magirus-Deutz war in den 1950er und 1960er Jahren in Deutschland ein großer Name im Nutzfahrzeugbereich. Hervorgegangen aus der Ulmer Feuerwehrgerätefabrik Magirus wurde die Firma gerade auch im Bereich der Feuerwehrfahrzeuge Marktführer in Deutschland und Europa. In den 1950er Jahren brachte Magirus wichtige Neuerungen in der Feuerwehrtechnik: mit 52 Metern die höchste Drehleiter der Welt, den ersten Rüstwagen mit drehbarem Kran oder die erste komplett hydraulisch bewegte Drehleiter.
War die Firma zeitweise der zweitgrößte deutsche Nutzfahrzeughersteller, erfasste sie in den 1970er Jahren eine Krise. In der Folge ging Magirus im IVECO-Konzern auf, der zuerst überwiegend und später vollständig zum Fiat-Konzern gehörte. Charakteristisch für Magirus waren die luftgekühlten Motoren und das Markenzeichen, das ein stilisiertes Ulmer Münster und gleichzeitig ein M zeigt.
Das Modell zeigt auf der Basis des Magirus-Deutz Mercur 150D mit 150 PS aus 9,5 l Hubraum das Tank-Lösch-Fahrzeug TLF 16 mit Allradantrieb. Der Wassertank fasst 2400 Liter bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 10 Tonnen und bis zu fünf Mann Besatzung. In dieser Form als sogenannter Eckhauber wurde das Fahrzeug in den 1950er und 1960er Jahren produziert. Noch heute werden viele dieser Modelle meistens von entsprechenden Vereinen liebevoll gepflegt und in gutem Zustand einsatzfähig gehalten.


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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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