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00766 - Principia - Römisches Stabsgebäude - 1:87

00766 - Principia - Römisches Stabsgebäude - 1:87

  • Bestellnummer: 00766
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Anzahl Bogen:   
  • Massstab: 1 : 160
  • Länge:        15 cm
  • Breite:        21 cm
  • Höhe:         12 cm

 
Principia - Römisches Stabsgebäude

Das Stabsgebäude in einem römischen Lager war zugleich Verwaltung und religiöses Zentrum. Im Lateinischen gebrauchte man für dieses Gebäude den Plural „Principia“, was seine Bedeutung unterstreicht. In befestigten Kastellen stand es an der Kreuzung der wichtigsten Kastellstraßen, der „Via praetoria“ und der „Via principalis“. Ab Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus hatten die Principia in allen Kastellen etwa den gleichen Grundriss. Man betrat das Gebäude durch einen Zugang in der großen Querhalle. Der Zugang führte zum Innenhof, um den die Gebäudetrakte angeordnet waren. Den Hof umgab ein Portikus, ein überdachter Gang. In manchen Stabsgebäuden stand in einer Ecke des Hofs ein Brunnen oder ein Wasserbehälter. Oft gab es im Untergrund der Höfe Wasserleitungen und Kanalisation. Bei Ausgrabungen wurden in einigen Stabsgebäuden Fundamente von Statuen und Altären im Innenhof gefunden.

In den Bauten an den Längsseiten des Innenhofs befanden sich Magazine und Waffenkammern. Manchmal wurden die Kammern auch als Gefängnisse genutzt. In vielen Stabsgebäuden waren die wichtigsten Räume im hinteren Gebäudetrakt untergebracht. Dazu gehörten Büros, Versammlungsräume, die Truppenkasse und Schreibstuben. In den Schreibstuben fand die gesamte Verwaltung eines Kastells statt. Hier verwaltete man Tagesberichte, Morgenmeldungen, Abkommandierungen, Wachlisten, Urlaubslisten und Marschbefehle. Über jeden Soldaten der jeweiligen Garnison waren Akten angelegt, die Angaben über Dienstjahre, Beförderungen und Besoldung enthielten.

Der wichtigste Raum war entsprechend seiner Bedeutung meist architektonisch hervorgehoben. Das Fahnenheiligtum lag in der Mitte des hinteren Gebäudetrakts, war größer als die umliegenden Räume und hatte ein herausragendes Dach. Auf einem Podest im Fahnenheiligtum standen Feldzeichen, die die Römer verehrten. Außerdem hing dort ein Bild des Kaisers, den die Römer als Gott anbeteten. An Feiertagen der römischen Armee holte man die Feldzeichen aus dem Heiligtum, stellte sie im Hof des Stabsgebäudes auf und schmückte sie in einem feierlichen Festakt. Jede Garnison hatte eigene Feldzeichen, die mit der Gründung der Ganison überreicht worden waren. Der Gründungstag wurde jährlich mit dem „natalis signorum“ (dem „Geburtstag der Feldzeichen“) gefeiert. Im Lauf der Zeit verdrängte der Kaiserkult den Fahnenkult und die Statuen anderer römischer Götter fanden im Heiligtum ihren Platz.

Das vorliegende Modell hat kein konkretes Vorbild und zeigt die wichtigsten Merkmale eines Stabsgebäudes als Idealbild. Das Dach des Fahnenheiligtums im hinteren Gebäudeteil ist abnehmbar. So kann der Betrachter einen Blick ins Innere des Heiligtums werfen
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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