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428 - Römischer Tempel - Die Maison Carree in Nimes

428 - Römischer Tempel - Die Maison Carree in Nimes

  • Bestellnummer: 427 
  • Autor: Florian Ringli
  • Schwierigkeitsgrad: ab 8 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab: 1:140
  • Bauteile gestanzt und gerillt

Römischer Tempel
Die Maison Carree in Nimes

Die Maison Carree (deutsch: rechteckiges Haus) ist einer der am besten erhaltenen römischen Tempel der Antike. Er wurde zu Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus in NTmes, einer Stadt in Südfrankreich, zu Ehren der beiden jung verstorbenen Söhne des Agrippa errichtet. Agrippa war ein bedeutender römischer Feldherr und Politiker zur Regierungszeit von Kaiser Augustus.

Wie jede römische Stadt besass auch Nimes (römischer Name: Nemausus) im Zentrum der Stadt ein Forum. Es war der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und diente unter anderem als Versammlungsort und Marktplatz. Unser Tempel befand sich, wie wir heute wissen, genau im Zentrum dieses Forums. Als die Römer das Christentum zur offiziellen Staatsreligion erklärten, wurde der Tempel kurzerhand in eine Kirche umgebaut und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder den neuen Nutzungen angepasst. So diente der Zentralraum einst als Versammlungsort, als Archiv und während der Französischen Revolution sogar als Stallung für Nutztiere. Nur dank dieser vielseitigen Verwendbark haben wir heute noch das Glück, ein solch schönes Beispiel antiker Baukunst bestaunen zu können.

Tempel in dieser Form waren jedoch keineswegs eine Erfindung der Römer, sondern gehen auf die Griechen und die Etrusker zurück, auf ein Volk, das lange vor den Römern in der heutigen Region Toskana in Italien gelebt hat. Die Etrusker hatten ihre Tempel noch vorwiegend aus Holz gebaut. Erst die Römer besassen die Fertigkeit und die technischen Mittel, Marmor abzubauen, zu verarbeiten und an seinen Bestimmungsort zu transportieren.

Unser Tempel teilt sich in zwei Räume auf. Der von marmornen Säulen umschlossene Vorraum (pronaus), den man über die grosse Treppe erreicht, war ein für jedermann zugänglicher Ort. Er bildete eine Art Eingangshalle zum Hauptraum (cella). Dieser war aber nur ein paar wenigen auserwählten Priestern zugänglich und in der Regel durch eine mächtige Tür verschlossen. Im reich geschmückten Innenraum befanden sich ein grosses Kultbild sowie Prozessionsgegenstände, von denen heute jedoch nichts mehr erhalten ist. Nur an besonderen Festtagen und bei Opferanlässen wurde die Cella-Tür durch die Tempelwächter geöffnet, damit die Gläubigen das Götterbild erblicken konnten. Die religiösen Handlungen fanden also nicht im Gotteshaus statt, sondern immer ausserhalb.

In der alten römischen Religion gab es viele verschiedene Gottheiten. Die wichtigsten kennst du wahrscheinlich dem Namen nach, da sie teilweise den Planeten, den Wochentagen oder Monaten ihren Namen gegeben haben: Merkur, der Götterbote und Gott der Händler, Venus, die Göttin der Liebe und der Schönheit, Mars, der Kriegsgott, Jupiter, der Hauptgott, Saturn, Gott der Aussaat, Neptun, der Meeresgott, Juno, Göttin der Ehe, der Geburt und der Fürsorge. In den meisten Tempeln wurde nur eine Gottheit verehrt. Für den frommen Römer war die gewissenhafte und fehlerfreie Ausführung der religiösen Handlungen, etwa der Opfer, ganz entscheidend. Wenn da etwas nicht gestimmt hätte, wären nach ihrer Überzeugung Strafen der Götter zu erwarten gewesen.

Öffentliche Opferhandlungen spielten im Alltag eines Römers eine grosse Rolle. Bei einer solchen Zeremonie führten die Priester einen Prozessionszug durch die Stadt an, der vor dem Tempel der angebeteten

Gottheit endete. Danach wurden auf einem davor aufgebauten Altar die mitgeführten Tiere durch die Tempelpriester geopfert. Die Wahl dieser Tiere war dabei von grösster Wichtigkeit. Sie mussten makellos sein, und gewisse Eigenschaften wie das Geschlecht und die Fellfarbe spielten eine grosse Rolle. Die Opferzeremonie wurde mit einem Gebet eingeleitet. Danach wurden die Tiere geschlachtet und anschliessend die inneren Organe entnommen und genau betrachtet. Waren Herz, Leber, Galle und Lunge einwandfrei, opferte man diese Stücke in einem Feuer den Göttern. Das übrige Fleisch der Tiere hingegen wurde meist unter den Teilnehmenden verteilt und verspeist.

Neben diesen öffentlichen Opferzeremonien, die ähnlich wie unsere Feierlichkeiten an festgelegten Tagen im Jahr stattfanden, gab es private Opfer, die von einer Familie zu besonderen Ereignissen dargebracht wurden. Neben Tieren wurde hier oft auch Schmuck oder Hausrat im Namen eines Spenders geopfert. Mit dem Opfer versprachen sich die Opfernden von der Gottheit die Erfüllung ihrer Wünsche, etwa Schutz bei einer anstehenden Reise, den Sieg in einer Schlacht oder die Heilung von einer Krankheit. Die Opfergabe konnte auch eine Form des Dankes sein, wenn beispielsweise ein Kind gesund zur Welt gekommen war. Da nun die

Ereignisse, bei denen die Römer Opfer darbrachten, recht zahlreich waren, gab es zusätzlich zu den öffentlichen Tempeln in jedem römischen Haus einen kleinen Hausaltar. In einer Nische, die meist im Innenhof lag, wurden kleine Figuren aufgestellt, die die Hausgötter darstellten. Ihnen wurden fast täglich kleine Opfer dargebracht. Diese bestanden anders als bei den grossen Zeremonien aus geringfügigeren Dingen wie zum Beispiel einem Becher Wein oder Früchten.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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