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00754 - Caracalla-Thermen in Rom - 1:600

00754 - Caracalla-Thermen in Rom - 1:600

  • Bestellnummer: 00754
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Anzahl Bogen:  10
  • Massstab: 1 : 600
  • Länge  40 cm
  • Breite   28 cm
  • Höhe    10 cm


Die Caracalla-Thermen in Rom

Die Caracalla-Thermen zählten zu den größten Badeanlagen in Rom. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 206 begonnen und 216 fertiggestellt, als der Kaiser Caracalla regierte. Bis 235 kamen weitere Anbauten und Ausschmückungen hinzu. Die Thermen waren über drei Jahrhunderte in Betrieb. Bei einer Belagerung im Jahr 536 zerstörten die Goten das Aquädukt, das für die Wasserversorgung der Anlage verantwortlich war. Nach weiteren Zerstörungen durch ein Erdbeben verfiel die Anlage und diente als Steinbruch. Die Ausstattung der Thermen wurde unter anderem als Baumaterial für neu entstehende Herrenhäuser verwendet.
Die Thermen befanden sich auf dem Hügel Aventin. Eine riesige terrassenförmige Plattform wurde errichtet, um Platz für die Anlage zu schaffen. Diese Plattform hatte eine Grundfläche von etwa elf Hektar. Das Badehaus stand ungefähr in der Mitte der Anlage. In den umliegenden Gebäuden waren Bibliotheken, Restaurants, Sporthallen, Kunstgalerien und vieles mehr untergebracht. Die Thermen waren also nicht nur eine reine Badeanlage, sondern eigentlich ein großes Freizeitzentrum. Vermutlich konnten täglich 1.600 bis 2.000 Besucher die Thermen nutzen. Geheizt wurde mit riesigen Holzöfen, die in einem Tunnelsystem unter der Anlage waren.
Das Hauptgebäude war in zwei Seitenflügel mit gleichem Aufbau eingeteilt. Die Aufteilung entsprach dem Ablauf eines römischen Baderituals. Zuerst betrat man die Umkleidekabine (Apodyterium). Dort legte man seine Kleidung in Nischen und Regalen ab, die von Sklaven bewacht wurden. In einem kleinen Becken wuschen sich die Besucher den Straßenstaub von den Füßen, bevor sie die weiteren Räume betraten. Im Tepidarium konnten sich die Besucher von Sklaven massieren und salben lassen. Im nächsten Raum, dem Caldarium, luden mehrere Warmwasserbecken zum Sitzen und Entspannen ein. Dann folgte das Sudatorium, ein nach außen hin isoliertes Dampfbad, das mit der heutigen Sauna vergleichbar war. Nach dem Dampfbad gingen die Besucher in ein Kaltwasserbecken (Frigidarium), das groß genug für Schwimmübungen war. Für diesen Zweck stand auch noch ein Außenbecken (Piscina) zur Verfügung.
In vielen römischen Haushalten gab es kein eigenes Bad. Deshalb hatte der Besuch einer Therme schon aus hygienischen Gründen einen hohen Stellenwert. Das Baden diente auch medizinischen Zwecken. Der griechische Arzt Hippokrates hatte Warmwasserbäder und kalte Güsse als Therapien für Kranke entdeckt. Durch griechische Kriegsgefangene und Sklaven kam diese Erkenntnis nach Rom. In den römischen Thermen setzte man zum Beispiel Dampfbäder, Schlammkuren und Schwimmen als therapeutische Maßnahmen bei Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Erkältungen, Leber- und Gelenkerkrankungen ein. Neben Körperpflege und Medizin hatten Thermen eine große gesellschaftliche Bedeutung. Viele Römer verbrachten mehrere Stunden in einer Therme, um dort Verwandte und Freunde zu treffen, aber auch um politische Absprachen mit Parteifreunden zu vereinbaren oder Verträge abzuschließen. Einige Schriftsteller sollen den Besuch in einer Therme auch genutzt haben, um den anderen Badegästen ihre Werke vorzutragen.
Das vorliegende Modell bildet das Hauptgebäude der Caracalla-Thermen im Maßstab 1:600 ab. Die Kuppel des Caldariums und ein weiteres Dach sind abnehmbar. So ist dem Betrachter der Blick auf die Inneneinrichtung einiger Räume möglich.
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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