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00756 - Martin-Luther

00756 - Martin-Luther

  • Bestellnummer: 00756
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:  3
  • Massstab:    1 : 9
  • Länge      8.0 cm
  • Breite      8.0cm
  • Höhe       18 cm


Martin-Luther

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Von 1488-1501 war er Schüler in Mansfeld und Eisenach. Danach studierte er Rechtswissenschaft in Erfurt. Bei einem Gewitter entging er knapp einem Blitzschlag. Dieses Erlebnis brachte ihn dazu, im Jahr 1505 ins Kloster einzutreten. Wie zu seiner Zeit üblich, glaubte er an einen strengen, richtenden Gott und legte sich schwere Bußübungen auf. Ab 1508 studierte er in Wittenberg Theologie und promovierte im Jahr 1510.
Zur Zeit Luthers ließ die Kirche Ablassbriefe verkaufen. Die Gläubigen sollten sich damit angeblich von Gottes Strafe für begangene Sünden freikaufen können. Die Einnahmen aus den Ablassbriefen waren für den Bau des Petersdoms in Rom bestimmt. Im Oktober 1517 verfasste Luther aus Ärger über den Ablasshandel 95 Thesen. Laut einer Überlieferung nagelte er die Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Er hatte sich intensiv mit den Paulusbriefen befasst und predigte den gnädigen Gott, der sich den Menschen zuwendet. In weiteren Schriften verbreitete er eine neue Lehre, nach der allein der Glaube und die Gnade Gottes den Menschen vor Gott gerecht machen. Deshalb wurde er 1520 mit dem Kirchenbann belegt. Luther verbrannte die Bannbulle öffentlich. Auf dem Reichstag zu Worms im Jahr 1521 forderte man ihn auf, seine Schriften zu widerrufen, doch Luther ging nicht darauf ein. Ob er seinen berühmten Satz „Hier stehe ich und kann nicht anders“ bei dieser Gelegenheit sagte, ist nicht historisch belegt.
Auf dem Reichstag wurde gegen Luther die Reichsacht ausgesprochen. Jeder durfte ihn töten. Luthers Landesfürst und zugleich einer seiner Anhänger, Kurfürst Friedrich von Sachsen, versteckte ihn auf der Wartburg. Hier lebte Luther mehrere Monate unter dem Namen Junker Jörg. In dieser Zeit übersetzte er die Bibel. Ab 1522 wagte er sich trotz Reichsacht wieder in die Öffentlichkeit. Er reiste nach Wittenberg, predigte in Zwickau gegen die Bilderstürmer und versuchte, im Bauernkrieg zu vermitteln. Im Jahr 1525 heiratete Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Im Winter 1546 schlichtete er in Eisleben einen Erbstreit der Grafen von Mansfeld. Dort starb er am 18. März 1546 vermutlich an einem Herzleiden.
Eine Bewegung war entstanden, die bald zur Spaltung der Kirche führte. Doch auch in der Bewegung gab es Differenzen. Evangelische Fürsten schlossen sich zu einem Bund zusammen, doch Luther wollte keine politische Macht. Reformatoren wie Zwingli oder Calvin legten die Bibel strenger aus als Luther. Unter Berufung auf die Bibel plünderten Bilderstürmer Kirchen und zerstörten Statuen. Auch Luther kritisierte den Prunk, sah Bilder aber als didaktisches Mittel. Sein ehemaliger Schüler Thomas Müntzer fand in der Bibel Impulse für eine soziale Revolution und führte den Aufstand der Bauern an. Luther lehnte es ab, die Bibel für politische Ziele zu verwenden und verurteilte den Bauernkrieg scharf.
Luther gebrauchte bei der Bibelübersetzung Ausdrücke und Redewendungen, die er auf Märkten und Straßen hörte. Er nannte das „dem Volk aufs Maul schauen“. Damit wollte er den Inhalt der Bibel für die Bevölkerung verständlicher machen. Vieles findet sich bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch wieder: „Feuertaufe“, „Schandfleck“, „Lästermaul“, „Perlen vor die Säue werfen“, „auf Sand bauen“, „etwas ausposaunen“, „im Dunkeln tappen“ und vieles andere mehr.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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