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00727 - Grichischer Hoplit

00727 - Grichischer Hoplit

  • Bestellnummer: 00727
  • Autor: 
  • Selbstständige Einzelteile: 
  • Sprache: d
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Anzahl Bogen:  3
  • Massstab:    1 : 9
  • Länge    12.0 cm
  • Breite      8.0cm
  • Höhe     24 cm


Grichischer Hoplit

Soldaten im antiken Griechenland
Im antiken Griechenland gab es fast alljährlich militärische Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Stadtstaaten. Die Gründe dafür waren sehr unterschiedlich. Oft ging es der jedes Jahr neu gewählten Regierung dabei um Ehre und politische Anerkennung. Die führenden Politiker waren gleichzeitig auch Feldherren. Jeder männliche Bürger einer Stadt war auch Soldat und musste sich beim Ausbruch eines Krieges zur Verfügung stellen.
Die militärische Stellung entsprach der sozialen Stellung, da jeder Bürger für seine Ausrüstung selbst aufkommen musste. Adlige konnten sich neben Rüstung und Waffen auch Pferde leisten und erlangten so auch höhere militärische Ämter. Der Adel finanzierte in der Regel auch die Kriege. Die Schlacht selbst wurde meistens durch das einfache Fußvolk im Kampf Mann gegen Mann entschieden. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der nichtadligen Bevölkerung veränderte sich auch die Kriegsführung. Im 5. Jahrhundert vor Christus wurde an Land nicht mehr Mann gegen Mann, sondern in einer Phalanx gekämpft. Eine Phalanx bestand aus mehreren Reihen von Soldaten, die in einer Linie standen und eine Wand aus ihren Schilden bildeten. Die Soldaten der Phalanx nannte man Hopliten.
Das vorliegende Modell zeigt einen Hopliten. Er war bewaffnet mit einer Stoßlanze und mit einem Kurzschwert, das eingesetzt wurde, wenn die Lanze zerbrach. Als Schutz diente ein runder Holzschild mit einem Bronzerahmen. Manche Schilde waren auch vollständig mit Bronze überzogen. Üblicherweise wurde ein Schild mit dem Familienwappen oder einem anderen persönlichen Zeichen des Besitzers verziert, in Sparta und später auch in anderen Städten wurden einheitliche Schildzeichen eingeführt. Als Brustpanzer trug der Hoplit einen Glockenpanzer aus Messing. Die Beinschienen waren aus Bronze. Aufgrund der Verwendung mehrerer Metalle war die Ausrüstung eines Hopliten ziemlich teuer. Hopliten, die aus ärmeren Schichten stammten, verzichteten daher auf einige Ausrüstungsgegenstände oder fertigten sie aus leichteren Materialien an.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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