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00741 - Pyramide mit Taltempel - 1:400

00741 - Pyramide mit Taltempel - 1:400

  • Bestellnummer: 00741
  • Autor:
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:   8.5
  • Sprache: d
  • Massstab:   1 : 400
  • Länge 70 cm
  • Breite 30 cm
  • Höhe  13 cm

 
Pyramide mit Taltempel
 
Die Pyramide ist eine Bauform mit quadratischer Grundfläche, die aus verschiedenen alten Kulturen bekannt ist. Eine typische ägyptische Pyramidenanlage bestand aus verschiedenen Bauelementen. Die Pyramide selbst war das Zentrum einer sakralen Anlage. Im Inneren hatten sie Gänge und Grabkammern. Mit dem Taltempel am Ufer des Nils war sie durch einen Prozessionsgang verbunden. Der Taltempel bestand aus einer Eingangshalle, einem Säulenhof und einem Raum mit Statuen, Schreinen und Vorratskammern. In diesem Tempel wurde der verstorbene König als Gottheit verehrt. In den kleinen Nebenpyramiden wurden die Angehörigen des Königs bestattet. Auch die Gräber von königlichen Beamten befanden sich in der Nähe.       
Für den Pyramidenbau wurden Kalkstein, Granit und Sandstein verwendet. Bis heute ist nicht sicher, wie die Arbeiter das Baumaterial auf die wachsende Pyramide beförderten. Vermutlich baute man rund um die Pyramide eine Rampe, auf der die Steine hochgezogen wurden. Die Anzahl ägyptischer Pyramiden ist nicht genau bekannt. Die größte und bekannteste ist die Cheops-Pyramide bei Gizeh mit einer Grundfläche von 52 900 m² und einer ursprüngliche Höhe von 146,60 m. Laut Überlieferung sollen am Bau der Cheops-Pyramide 70 000-100 000 Arbeiter beteiligt gewesen sein. Heutige Forschungen gehen eher von 8 000 Beschäftigten aus. Über den rechtlichen Status der Arbeiter ist wenig bekannt. Wissenschaftler nehmen an, dass ein Großteil der Arbeiter keine Sklaven waren. So sollen zum Beispiel Arbeitskräfte aus dem unteren Ägypten für den Pyramidenbau eingesetzt worden sein. Zum Teil übernahm ein Arbeiterverteilungsamt die Bereitstellung und Versorgung von Arbeitern.      
 
Für den Bau von Kultstätten in Pyramidenform gibt es in der Altertumsforschung viele Theorien. Am wahrscheinlichsten ist, dass Pyramiden für den Schöpfungsglauben der Ägypter standen. Dabei sollte die Pyramide den Urhügel darstellen, aus dem laut der ägyptischen Mythologie die gesamte Schöpfung entstand. Eine weitere Theorie geht davon aus, dass die Ägypter das sich öffnende Bündel aus Sonnenstrahlen, welches bei einem Lichteinfall durch eine lockere Wolkendecke sichtbar wurde, für ein göttliches Zeichen hielten und in Form von Pyramiden nachbauten. Möglicherweise sollten Pyramiden aber auch Himmelstreppen symbolisieren. Über diese konnten verstorbene Könige zum Sonnengott Re gelangen. Es gibt auch die Theorie, dass Stufenpyramiden die Struktur der Gesellschaft im alten Ägypten darstellten. Pyramiden werden aber auch oft nur als architektonische Weiterentwicklung bezeichnet. Ursprünglich dienten sogenannte Mastabas, flache viereckige Bauten, als Grabkammern. Unter König Djoser entstand die erste Stufenpyramide. Daraus entwickelten sich später die Pyramiden in der heute bekannten Form.       
Das vorliegende Modell zeigt eine typische ägyptische Pyramidenanlage mit Taltempel, Prozessionsgang, Verehrungstempel, Hauptpyramide und Nebenpyramiden. Ein Segment der Hauptpyramide lässt sich herausnehmen und ermöglicht einen Blick auf die Gänge im Inneren.
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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