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00736 - Burg Kreuzenstein - 1:250

00736 - Burg Kreuzenstein - 1:250

  • Bestellnummer: 00736
  • Autor:
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:  14.5
  • Sprache: d
  • Massstab: 1 : 250
  • Länge 44 cm
  • Breite 29 cm
  • Höhe  24 cm

 
urg Kreuzenstein
 
Schon in prähistorischer Zeit befand sich am Standort der heutigen Burg Kreuzenstein ein Ringwall als Befestigungsanlage. Im 12. Jahrhundert wurde an dieser Stelle eine Burganlage errichtet, die im Jahr 1278 in den Besitz der Habsburger überging. Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) wurde sie von schwedischen Truppen 1645 erobert und bei deren Abzug an drei Stellen gesprengt. Reste der Ruine wurden von der Bevölkerung im Umkreis als Baumaterial genutzt. Nur noch Teile der Ringmauer, der Rumpf des Ostturms und Teile der Kapelle blieben erhalten.
 
Im 18. Jahrhundert erwarb die Grafenfamilie von Wilczek die Burgruine und begann 1874 mit dem Aufbau einer Schauburg. Diese war ganz anders aufgebaut als der Vorgängerbau. Vorhandene Mauerreste wurden aber in den Bau miteinbezogen. Außerdem wurden für den Bau der neuen Schauburg viele originale Bauteile verwendet, die aus ganz Europa zusammengetragen wurden. Diese Mischung aus unterschiedlichen Bauteilen und verschiedenen Baustilen macht die Burg Kreuzenstein zu einem außergewöhnlichen Zeugen des Mittelalters. Die Bauarbeiten dauerten über 30 Jahre. Bei der Neueröffnung 1906 war auch Kaiser Wilhelm II. anwesend.
 
Ein Großbrand im Jahr 1915 beschädigte den Bibliotheks- und Archivtrakt stark. Er zerstörte die darin untergebrachte Kunstsammlung, zu der auch historische Musikinstrumente, Handschriften und Originalradierungen von Künstlern wie Dürer und Cranach gehörten. Die Bauschäden konnten behoben werden, doch im Zweiten Weltkrieg trafen Artilleriegeschosse die Burg. Teilweise sind heute noch Einschüsse zu erkennen, die an die Zerstörung erinnern, aber auch die Unerschütterlichkeit der Burg belegen.
 
Heute ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel im Wiener Umland. Die Burg erhebt sich zwischen Donau und Wienerwald und bietet einen Ausblick über das Korneuburger Becken, die Stadt Wien und weite Teile Niederösterreichs. Die außergewöhnliche Burg und ihre Umgebung diente schon für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen als Kulisse, darunter einige Horrorfilme aus den Siebzigerjahren und eine österreichische Fernsehserie für Kinder. Auch Filme wie „Der letzte Tempelritter“, „Die Säulen der Erde“ und die Disney-Produktion „Die drei Musketiere“ wurden hier gedreht.
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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