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01251 - Synagoge in Basel

01251 - Synagoge in Basel

Massstab:      1 : 120
Länge:            34.0 cm
Breite:            22.0 cm
Höhe:             18.0 cm
Autor:             Jürg Leckebusch
Anzahl Bogen: 7 (B4) 34x24 cm
 
Sinagoge in Basel
 
Syagoge, griech. Versammlung(sort), bezeichnet im Judentum die sich versammelnde Gemeinde und ihren Versammlungsort, das Gebäude für das Gebet. Die Räume der Synagoge sind nach Jerusalem ausgerichtet.
Die Basler jüdische Gemeinde gilt als älteste innerhalb des geographischen Raumes der heutigen Schweiz. Die erste jüdische Gemeinde entstand etwa vor 1200 und existierte bis 1349, die zweite von 1362 bis 1397. Bis 1800 kehrten keine Juden mehr zurück. Dennoch ereignete sich einiges in Basel auch in der Zeit, in der für die Stadt keine jüdische Gemeinde nachgewiesen ist, das für das jüdische Leben von Wichtigkeit war. Insbesondere im 16. Jh. wurde Basel durch verschiedene hebräische Drucke berühmt.
Zur Gründung jener dritten jüdischen Gemeinde, die heute noch besteht, kam es Anfang des 19. Jh. Den Juden wurde damals das Recht auf eine Synagoge nicht zugestanden. Für das Gebet trafen sie sich in einem Betsaal. Die Mitglieder der Gemeinde diskutierten im Jahr 1864 erstmals die Frage, ob ein Neubau der Synagoge zu erwägen sei, da die 1841 am Heuberg eingerichtete Synagoge weitreichender Reparaturen bedurfte. 1865 wurde der Neubau beschlossen. Da die Baser Regierung der Gemeinde keinen Bauplatz zur Verfügung stellte, erwarb die Gemeine das Areal an der Leimenstrasse.
Zum Architekten wurde Hermann Gauss (1835-1868) bestimmt. Diese Wahl erstaunt deshalb, da er keinerlei Erfahrung im Bereich von Sakralbauten vorweisen konnte.

Da es keinen "jüdischen Architektur- und Baustil" für Synagogen gab und die Juden sich von Kirchenbauten abgrenzen wollten, wurden zu dem byzantinischen Stil maurische Formen als orientalisches Element hinzugefügt. Hermann Gauss' Entwurf sah einen byzantinischen Zentralbau mit Vierungskuppel und maurischer Ornamentik vor, Aufbau und die Struktur der vier Fassaden in neo-romanischem Stil.
 
Als unmittelbare Vorbilder dienten ihm die Synagoge von Stuttgart (D), die von 1858-61 erbaut wurde sowie die von 1838-40 in Dresden (D) errichtete Synagoge (beide Synagogen wurden in der Reichspogromnacht 1938 zerstört). 
Da zum Ende der 1880er Jahre die Gemeinde anwuchs, wurde 1888 der Architekt Paul Reber (1835-1908) mit der Vergrösserung des Gebäudes beauftragt: Der Bau von H. Gauss wurde durch eine zweite Kuppel erweitert und zu einem Langbau umgestaltet. 1910 wurden weitere kleinere Veränderungen vorgenommen. 1986 wurde die Synagoge neu renoviert. Es wurden Veränderungen der Instandsetzung von 1947 rückgängig gemacht und man näherte sich dem Stil von P. Rebers Umbau von 1891/92 an. 
 
(Quellen: Text: Anna Rabin; weiterführende Literatur: Nadia Guth, Synagoge und Juden in Basel, Basel, 1988: Ron Epstein-Mil, Die Synagogen der Schweiz, Zürich 2008) 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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