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R16 - De Havilland D.H. 112 - Venom

R16 - De Havilland D.H. 112 - Venom

  • Bestellnummer: R 16
  • Autoren: Harro Reimers
  • Schwierigkeitsgrad: 3
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:      7
  • Anzahl Bauteile: 
  • Sprache: d / E
  • Massstab: ca. 1:50 inkl. Verstärkungskarton
 De Havilland D.H. 112 - Venom 
Glänzender Silbedruck aller Außenelemente, der die Aluminuum-Außenhaut wirklich genial imitiert.Zahlreichen Montagezeichnungen ergänzen englische und deutsche Bauanleitung.
 
Im Jahr 1949 entwickelte De Havilland aus der "Vampire" die "Venom" unter Verwendung des leistungsstärkeren Triebwerks "Ghost", Weitere Unterscheidungsmerkmale waren der etwas größere Flüge! mit dünnerem Profil und Außentanks sowie der größere Lufteinlass für das Trieb- werk. Beibehalten wurde der hölzerne Rumpfbug; es fehlten vorerst weiterhin Klimatisierung und Schleudersitz. Neben dem Vereinigten Königreich war die Schweiz der bedeutendste Nutzer des Typs. Nachdem hier bereits die "Vampire" in großer Stückzahl Verwendung fand, wurden vom Konsortium EFW 250 Exemplare in Lizenz gebaut und standen von 1954 bis sage und schreibe 1984 im Einsatz.
Wenn man bedenkt, welch stürmische Entwicklung die Luftfahrt in dieser Zeitspanne nahm, muss man einräu men, dass das Flugzeug leistungsfähig und zuverlässig seinen Dienst verrichtete, ohne die Spitzenleistungen amerikanischer und sowjetischer Baumuster aufweisen zu können, In der Schweiz wurde der Typ als Jäger und als Aufklärer eingesetzt, Der vorliegende Modellbaubogen stellt die Aufklärer-Variante dar und hat die für die Schweiz typische "lange Nase", das heißt den durch den UHF-Einbau (Radargerät) verlängerten Rumpfbug.
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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