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00700 - Das Maximilianeum in München - Sitz des Bayerischen Landtags

00700 - Das Maximilianeum in München - Sitz des Bayerischen Landtags

  • Bestellnummer: 00700
  • Autor: Peter Gierhardt
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Selbstständige Einzelteile: 1
  • Anzahl Bogen:    7  
  • Bogenformat:      31 x 44 cm
  • Sprache: d
  • Massstab: 1 : 350
  • Länge       420 cm
  • Breite       335 cm
  • Höhe        14.5 cm

 
Das Maximilianeum in München - Sitz des Bayerischen Landtags
 
Das Gebäude des Bayerischen Landtags, das Maximilianeum, entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Rahmen einer Osterweiterung der Stadt München. König Maximilian II. wollte eine Verbindung zwischen der Münchner Altstadt und Haidhausen schaffen, die von Straßen, Brücken, einem „Forum“ und einer so genannten „Akropole“ geprägt war. Dabei entstand eine neue Prachtstraße, die später Maximilianstraße genannt wurde. Um dieser Prachtstraße ein einheitliches Aussehen zu verleihen, ließ Maximilian II. einen eigenen Baustil entwickeln. Der sogenannte Maximiliansstil basierte auf der angelsächsischen Neugotik, die um verschiedene Elemente aus allen Kunstepochen ergänzt wurde.
Die Planungen für das Maximilianeum begannen im Jahr 1850. Es war zunächst als „höhere Bildungsanstalt“ gedacht. Mit dem Bau wurde allerdings erst im Jahr 1857 begonnen. Es sollte ebenfalls im Maximiliansstil gebaut werden. Doch kurz bevor Maximilian II. im Jahr 1864 starb, ließ er die Baupläne noch einmal ändern, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon ein großer Teil des Gebäudes fertiggestellt war. Die neuen Pläne sahen Neurenaissancebögen und Säulenelemente vor. Im Jahr 1874 wurde das Gebäude fertiggestellt.
Bis 1918 waren im Maximilianeum eine Studienstiftung, eine historische Galerie und die königliche Pagenschule untergebracht. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zu zwei Dritteln durch Bomben zerstört. Als der Bayerische Landtag 1949 das Maximilianeum zu seinem Sitz wählte, waren Umbauarbeiten notwendig. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren wurden Flügelbauten für Büroräume und Sitzungssäle errichtet. Weitere Flügelbauten und eine Tiefgarage folgten in den Neunzigerjahren. Bei den letzten Umbauarbeiten im Jahr 1998 entdeckte man den historischen Grundstein des Gebäudes sowie Goldmünzen, Porträts des Königspaares und das Modell einer Lokomotive. Diese Gegenstände sind heute im Steinernen Saal des Maximilianeums ausgestellt. 
 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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