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156 - Zoo 6

156 - Zoo 6

  • Bestellnummer: 156
  • Autor: Dieter Matthäus
  • Schwierigkeitsgrad: ab 6 J.
  • Selbständige Einzelteile: 6
  • Sprache: d
  • Massstab:

Mit diesem Bogen kannst du deinen Zoo gründen und ihn mit anderen Zoo-Bogen erweitern. Du fragst dich wohl: Was ist ein Zoo und wozu dient er? Nun, früher waren die Zoologischen Gärten einfach dazu da, dem Besucher viele Arten von fremden Tieren zu zeigen. Heute hat der Zoo noch andere Aufgaben. So dient er den Zoologen dazu, das Verhalten der Tiere zu studieren. Daneben hat er noch einen weiteren, sehr wichtigen Auftrag, nämlich die Weiterzucht der Tiere, hauptsächlich derjeniger Tierarten, deren Leben in freier Natur bedroht ist. Heute wird bei der Haltung der Tiere sehr darauf geachtet, die Gehege, in denen sie leben, ihren Gewohnheiten und Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Der Zoo ist auch von grosser Bedeutung für Schulen, die den Unterricht dadurch ergänzen, dass sie lebende Tiere beobachten.

Auf diesem Bogen gibt es folgende Tiere:

Yak:

Vorkommen: Nord-Tibet. Der Yak bewohnt die Gebirge Nord-Tibets. Sein dichtes Haarkleid schützt ihn vor Schneestürmen und eisiger Kälte. Er ist ein äusserst genügsames Tier. Der Yak ist sehr gefährdet.

Dromedar oder «einhöckeriges Kamel»:

Vorkommen: Palästina, Nord-Afrika. Das Dromedar lebt in heissen Trockengebieten und ist nur als Haustier bekannt. Es wird als Reit- und Lasttier verwendet. Seine Körperhaare sind ziemlich kurz und schütter. Das Dromedar kann sehr lange dursten und dann durch rasches Trinken innerhalb kürzester Zeit wieder viel Flüssigkeit aufnehmen.

Gibbons:

Vorkommen: Südost-Asien. Ihre langen Arme sind äusserst kräftig. Gibbons leben in Familienverbänden, und Familienangehörige sind untereinander sehr friedfertig. Nachts kauern sie sich zum Schlafen in eine Astgabel.

Grosser Panda oder Bambusbär:

Vorkommen: China. Er liebt steile, felsige und feuchte Waldgebiete mit üppigem Bambuswald und ernährt sich von Bambussprösslingen und Bambusstengeln. Der Panda ist geschützt und gilt in China als Nationalheiligtum.

Unau oder Zweizehen-Faultier:

Vorkommen: Süd-Amerika. Sich mit allen vieren am Ast haltend, bewegt es sich hängend vorwärts.

Goldschakal:

Vorkommen: Ost-Afrika. Goldschakale gehören in die Verwandtschaft der Hunde. Sie leben in der Steppe und der Savanne in Dauerfamilien.

Kaffernbüffel:

Vorkommen: Afrika. Die ausgewachsenen Kaffernbullen sind Einzelgänger. Sie verteidigen jedoch eine Herde, wenn sie sich auf ihrem Territorium befindet. Ihre starken Hörner sind fast zusammengewachsen («Helm») und bei den Männchen bis zu 145 cm gross.

Schneeleopard (Irbis):

Vorkommen: Gebirge Mittel-Asiens. Der Schneeleopard erreicht die Grösse eines Leoparden. Sein dichtes Haarkleid schützt ihn vor Kälte und extremer Sonneneinstrahlung. Er ist ein guter Weitspringer und ruht gerne auf erhöhten Punkten wie Felsen und Bäumen, die er nicht erklettert, sondern auf die er hinaufspringt.

Rentier:

Vorkommen: Arktische Gebiete. Rentiere sind Hirschverwandte. Sie unterscheiden sich von allen übrigen Hirschen darin, dass auch die weiblichen Tiere Geweihe tragen. Sie können die Zehen weit spreizen. Damit verhindern sie das Einsinken in Schnee und Morast.

Alpaca:

Vorkommen: Hochländer Süd-Amerikas. Alpacas sind Haustiere und dienen als Wollieferant. Sie spucken, wenn sie beunruhigt sind.

Kleiner Panda (Katzenbär):

Vorkommen: Asien (Südosthang des Himalajas). Er lebt in den Bergwäldern und Bambusdickichten und hat sehr spitze, rasiermesserscharfe Krallen, die er beim Klettern gut gebrauchen kann. Der sehr hitzeempfindliche Katzenbär verschläft die Tagesstunden in einer Baumhöhle oder in einer schattigen Astgabel.

Anden-Kondor:

Vorkommen: Mittel- und Süd-Amerika (Anden). Er gehört in die Verwandtschaft der Geier. Sein Kopf und Hals sind kahl. Dadurch beschmutzt und verklebt er beim Fressen keine Federn. Wenn er die Flügel ausstreckt, sind die äussersten Federspitzen beinahe 3 m auseinander.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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