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422 - Rathaus Zürich

422 - Rathaus Zürich

  • Bestellnummer: 422
  • Autor: Lloyd Trotman
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab:

Viele unserer Städte entstanden vor 600-700 Jahren. Sie mussten mit Stadtmauer und Stadttoren gesichert sein. Diese durften aber nur mit der Erlaubnis des Königs oder Kaisers gebaut werden. Der zunehmende Handelsverkehr und das dadurch aufblühende Handwerk verhalfen den Städten rasch zu Wohlstand und Ansehen. Ihre Bürger wollten sich nun selber regieren und wählten einen Rat. Dieser bestand aus adeligen Herren, reichen Kaufleuten und angesehenen Handwerkern. Sie gaben den Einwohnern neue Gesetze und leiteten die Geschicke der Stadt.

Auf diese Selbständigkeit waren die Bürger sehr stolz. Sie wollten dies auch zeigen und bauten deshalb ein schönes, behäbiges Rathaus. Es war meistens das grösste Haus in der Stadt (neben den Kirchen und Klöstern) und stand immer im Zentrum der Siedlung.

Deshalb steht auch das Zürcher Rathaus in der Mitte der mittelalterlichen Stadt, an der Limmat neben der damals einzigen Brücke über den Fluss. Schon 1257 wird «des ratis hus» (des Rates Haus) in alten Dokumenten erwähnt. Es stand bereits an derselben Stelle wie seine beiden Nachfolgebauten: Zweites Rathaus 1398, abgebrochen 1694. Aus verschiedenen Darstellungen kennen wir sein Aussehen.

Das heutige Gebäude ist das dritte Rathaus; sein Grundstein wurde 1694 gelegt. Im grossen und ganzen ist das Äussere des Hauses noch genau gleich, wie es vor fast 300 Jahren gebaut worden ist. Einzig die Eingangstreppe und das Portal wurden 1838 und 1867 ins Haus zurückverlegt, als die Quaistrasse gebaut wurde. Mehrere Male wurde es restauriert, d. h. abgebröckelte Steine wurden ersetzt und das ganze Mauerwerk gesäubert. Die Fassade ist reich geschmückt mit Heldenbüsten über den Fenstern sowie mit Blumen-, Früchte- und Fischgehängen unter den Fenstersimsen.

Das Innere des Rathauses ist mehrmals umgebaut und der sich verändernden Benützung angepasst worden. Die Erneuerungen wurden sehr sorgfältig ausgeführt, wobei der prächtige Decken- und Wandschmuck erhalten blieb. Der wichtigste Raum ist der grosse Kantonsratssaal, in dem jeden Montag das Parlament des Kantons Zürich seine Sitzungen hält. Im selben Raum tagt auch das städtische Parlament, der Gemeinderat der Stadt Zürich, und zwar jeden Mittwochabend. Die Stitzungen sind öffentlich, und jedermann kann von der Tribüne aus den Verhandlungen der Räte folgen. Im Rathaus befinden sich noch weitere Räume, so der kleinere Regierungsratssaal und zwei andere kleine Sitzungszimmer. Im Dachgeschoss ist eine Abwartswohnung eingebaut.

So ist das Zürcher Rathaus auch heute noch ein ehrwürdiges, schönes Gebäude, das die Zürcher gerne ihren Gästen zeigen und auf das wir immer noch stolz sind.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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