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Bastelanleitung
 
 
 

Bastelanleitung

 
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Schwirikeitsgrad:   0  =  sehr einfach
 
                               1  =  leicht
 
                               2  =  mittelschwer
 
                               3  =  schwer
 

 
 
 
 
Das Werkzeugset für Einsteiger                                 
 
 
 
Eine mittelgroße Schere: Am Werkzeug sollte man nicht sparen. Das gilt besonders für die Schere. Eine Schere sollte gut in der Hand liegen. Sie sollte nicht nur speziell für den Bau von Papiermodellen angeschafft werden, sondern auch ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden. Sie wird sehr schnell stumpf, wenn man dicke Pappe damit schneidet.
 
 
Ein Messer, bei dem die Klinge in Segmenten abgebrochen werden kann, wenn es stumpf geworden ist (Cutter). Es gibt zwei Größen. Ich selbst bevorzuge die kleinere.
 
 
Ein Lineal oder Zeichendreieck, die ebenfalls nur für den Modellbau verwendet werden sollten, denn sie werden schnell mit Schnitten und Klebstoffresten übersät sein. Ideal ist ein Metalllineal oder –dreieck.
 
 
Eine Schneidematte ist die moderne Alternative zu einem Stück dicker und ebener Pappe. Der Nachteil der Graupappe ist, dass man sie öfter mal wechseln muss wegen der Schnitte, die zurückbleiben. Bei der speziellen Schneidematte schließen sich die Schnitte dagegen immer wieder. Der Vorteil der Pappe ist, dass man vielleicht schon eine hat oder umsonst auftreiben kann. Da ist es dann gleichgültig, wenn einmal Klebstoff darauf kommt.
 
 
Modellbau- oder Stecknadeln: Es ist ziemlich egal, wie sie genannt werden, wenn sie nur einen großen Kopf haben, damit sie gut zu halten sind, und wenn sie sehr spitz sind, so dass man sie gut in Pappe stechen kann.
 
 
 
Eine lange Pinzette: Sie braucht nicht extrem lang zu sein, aber lang genug, dass man damit an engen Stellen arbeiten kann, wo die Finger zu dick sind.
 
 
Schaschlikspieße oder andere Holzstäbe: Z.B. zum Auftragen von Klebstoff, zum Positionieren und Andrücken von Bauteilen an sehr schwer zugänglichen Stellen. Sie sind fast unverzichtbar, wenn Teile sehr eng gerollt werden sollen (Masten, Säulen usw.).
 
 
Klebstoff: Wenn ich nur einen Klebstoff auswählen müsste, würde ich zum Weißleim greifen.
 
Eine Andere Meinung: Alleskleber benützen (Cementit, UHU ...)
                                Schnellkleber, Kontaktkleber und Weissleim
                                sind schwirig zu handhaben
     
 
 
 
Der schnelle Einstieg                                 
 
 
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Eine schöne Seite am Kartonmodellbau ist, dass Sie wahrscheinlich schon die wichtigsten Werkzeuge dafür zu Hause haben. Wenn Sie später bei diesem Hobby bleiben möchten, ist es sicher sinnvoll, wenn Sie sich einen guten Arbeitsplatz einrichten, sich das passende Werkzeug besorgen usw., wie es in den nächsten Abschnitten beschrieben ist. Aber wenn nicht, dann ist nichts verloren.
 
Was Sie auf jeden Fall brauchen, um ein einfaches oder vielleicht gar nicht so einfaches Modell zu bauen, sind Werkzeuge zum Ritzen, Schneiden und Kleben. Man braucht schlicht Schere und Klebstoff. Zugegeben, das ist ein ziemlich rudimentärer Werkzeugsatz und natürlich geht es viel leichter mit einem Lineal, einem Zeichendreieck, einer großen Nadel, einer dünnen Stricknadel oder der Spitze eines Zirkels. Die letzteren drei machen das Ritzen von Falzlinien viel, viel einfacher. Ein Messer, bei dem man die Klinge in Segmenten abbrechen kann, wenn es stumpf geworden ist (Cutter), und eine Pinzette sind schon der reine Luxus. Man kann sie benützen, wenn man sie schon hat.

Bevor wir loslegen, muss ich noch ein Wort über den Klebstoff verlieren. Jede Art von Alleskleber oder Kleber aus der Flasche tuts für ein sehr einfaches Modell. Etwas komplizierter wird es bei aufwändigeren Modellen. Aber schon hier soll darauf hingewiesen werden, dass es bei der Frage des Klebstoffs zwei Philosophien gibt: Ich selbst trete für Weißleim ein. Weißleim ist auf Wasserbasis hergestellt und wird für Holzleimungen verwendet. Die Alternative ist lösungsmittelhaltiger Alleskleber. Was wir noch kennen sollten, bevor wir tatsächlich anfangen und ich verspreche, dass das der letzte Hinweis ist sind die grundlegenden drei verschiedenen Linien, die bei Schreiber-Modellen verwendet werden. (Auch die meisten Modelle anderer Hersteller haben ähnliche oder völlig gleiche Linien wie Schreiber-Modelle.) Entlang von durchgezogenen Linien wird geschnitten, an gestrichelten Linien wird geritzt und gefalzt, und Strich-Punkt-Linien zeigen, wo ein Bauteil an- oder aufgeklebt wird.
 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.  
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
     
     
     
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