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211 - Figuren zur Weihnachtsgeschichte

211 - Figuren zur Weihnachtsgeschichte

  • Bestellnummer: 211
  • Autoren: Christof und Martin Hintermann
  • Schwierigkeitsgrad: ab 8 J.
  • Selbständige Einzelteile: 11
  • Sprache: d
  • Massstab:

Weihnachten steht vor der Tür. Es glitzert in Strassen und Gassen. Die Menschen freuen sich, denn Weihnachten ist ein Fest der Freude. Wir feiern die Geburt des Jesuskindleins und erinnern uns gerne an die Weihnachtsgeschichte, wie sie uns aus der Bibel überliefert und seit bald zweitausend Jahren immer wieder erzählt wird.

Kaiser Augustus befahl eines Tages, dass sich alle Menschen für eine Volkszählung melden müssten. Auch Maria und Josef aus Galiläa, das im heutigen Staate Israel liegt, machten sich zusammen auf den Weg zu ihrem Heimatort Bethlehem, um sich zählen zu lassen. Nun erwartete aber Maria ein Kindlein. Als sie mit Josef Bethlehem erreichte, war es Zeit für die Geburt. Da sie in der Herberge keinen Platz mehr fanden, suchten sie sich einen Stall. Dort gebar Maria einen Sohn. Sie legte ihn in eine Krippe auf Stroh. Das Jesuskind war geboren.

Auf den nahen Feldern hüteten die Hirten ihre Schafe. Da erschien ihnen ein Engel im gewaltigen Lichtschweif eines Sterns und rief ihnen zu: «Fürchtet euch nicht! Ich habe euch eine grosse Freude zu verkünden. Das Christkind wurde geboren, der Sohn Gottes. Ihr findet es in einer Krippe bei Bethlehem.» Hastig eilten die Hirten mit ihren Herden nach Bethlehem und fanden die Krippe mit dem Jesuskind. Da freuten sie sich sehr, und sie zogen los, um allen Menschen zu erzählen, dass das Christkind geboren worden sei.

Zur gleichen Zeit erschienen drei weise Könige aus dem Morgenland in Jerusalem und fragten: «Wo ist der neue König der Menschen? Wir haben nämlich seinen Stern gesehen, und nun sind wir gekommen, um ihn zu begrüssen.» Als der damalige König Herodes in Jerusalem von dieser Geschichte erfuhr, erschrak er. Er liess die drei Weisen zu sich kommen und erkundigte sich genau, wann dieser Stern erschienen sei. Dann sprach er zu den drei Weisen: «Geht schnell nach Bethlehem und sucht nach diesem neugeborenen König. Wenn ihr ihn gefunden habt, so lasst es mich sofort wissen, damit auch ich ihn begrüssen kann.»

Die drei Weisen folgten nun weiter dem Lichte des Sterns, der sie schon aus dem Morgenland nach Jerusalem geführt hatte. Als er über einem Stall stehen blieb, traten sie ein und fanden das Jesuskind in einer Krippe und Maria und Josef. Da verbeugten sie sich hocherfreut und beschenkten das Christkind mit Gold, Weihrauch und mit wohlriechenden Ölen. Ohne dem König Herodes zu berichten, wo sie das Jesuskind gefunden hatten, zogen die drei Weisen auf einem andern Weg zurück ins Morgenland.

Als sie gegangen waren, erschien ein Engel im Stall und sprach: «Steh auf, Josef, und fliehe mit Maria und dem Jesuskind nach Aegypten, denn der König Herodes ist eifersüchtig und voller Angst. Deshalb sucht er euch. Geht, bevor er euch findet!» Da stand Josef mitten in der Nacht auf und zog mit seiner Familie nach Aegypten. Dort wartete er in Sicherheit, bis König Herodes gestorben war.

Dieser Bogen ist die Fortsetzung zum Bogen Nr. 210 «Krippe zur Weihnachtsgeschichte». Auf jenem findest du neben dem Bethlehem-Stall das Jesuskindlein und einen Engel, auf diesem hier sind die übrigen Figuren, die zu einer Weihnachtskrippe gehören: Maria und Josef, die Drei Könige aus dem Morgenland, verschiedene Gruppen mit Hirten und Schafen, Ochs und Esel, ein prächtiges Kamel.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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