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01208 - Degersheim Schulhaus Senrüti

01208 - Degersheim Schulhaus Senrüti

  • Bestellnummer: 01208
  • Autoren: Pierre Herter
  • Schwierigkeitsgrad: 1
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Anzahl Bogen 1.5x A3 + 2 Seiten Anleitung
  • Massstab:  1:200 /1:160 / 1:120 / 1:87
 
 
Degersheim Schulhaus Senrüti
 
Degersheim Schulhaus Sennruti-4.jpg Geschichte                                            
 

 Erstmals 837 wird Degersheim als „Tegeraskai“ (grosse Esche) urkundlich erwähnt.

 Das spätere Tegerschen liegt auf einer Sattelhöhe zwischen Glatt- und Neckertal,

 an der Bahnlinie    zwischen Herisau und Wattwil auf einer Meereshöhe von 800m.

 

 

Seit 1884 genügte das alte Schulhaus an der Bergstrasse (heutiger Kindergarten) den wachsenden

Anforderungen nicht mehr. 1903 erfolgt ein Wettbewerb zum Neubau eines evangelischen

Schulhauses in der Sennrüti, den die Zürcher Architekten Pfleghard & Häfeli mit ihrem beachtlichen

Projekt gewinnen.

 

Die Einweihung des 150'000 Franken teuren Baus findet am 8. Mai 1905 statt. Im Werk „les construc-

tions scolaires en Suisse“, erschienen 1907, wird das neu erbaute Schulhaus mit seinen besonderen

Eigenschaften beschrieben. 1913 wird die elektrische Beleuchtung installiert und ab 1957 folgen in

unregelmässigen Abständen verschiedene Erneuerungen und Umbauten. Wiederum sind es

Platzprobleme, die 1989 zum Bau eines Pavillons führen. Dieser zieht zehn Jahre später nach

Magdenau weiter und hinterlässt somit den nötigen Freiraum für die grosszügige Spielwiese.

Das Schulhaus gehört als schützenswerte Baute dem Ortsbildinventar des Kantons St.Gallen.

Die 100-Jahr-Feier vom 27. / 28. Mai 2005 liegt der ganzen Bevölkerung noch in frischer Erinnerung.

 

Degersheim Schulhaus Sennruti-5.jpg

(Bild 1905-1907)

 

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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