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01203 - Kirche St. Lorenz Nürnberg

01203 - Kirche St. Lorenz Nürnberg

  • Bestellnummer: 01203
  • Autoren: Thomas Pleiner
  • Schwierigkeitsgrad: 2
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab: 1 : 250
  • Seiten: 7-Seiten Modellbogen plus Cover und Bauanleitung
  • Anzahl der Teile:   ca. 669
  • Bogengrösse:  421 x 30 cm
  • Verarbeitung: geschnitten
  • Länge: 368 mm
  • Breite: 152 mm
  • Höhe:  327 mm
 
Kirche St. Lorenz Nürnberg
 
Baugeschichte
 
Der Bauplatz der heutigen Lorenzkirche lag am Rande eines Hanges, der zur Pegnitz abfällt. Dort stand eine Kapelle, die St. Lorenz zum Hl. Grab geweiht war und der Pfarrei in Fürth unterstand. (Erste Erwähnung dieser Kapelle 4.7.1235).Diese alte Kapelle wurde abgerissen. Da Baumaterial teuer war, wurden die alten Steine zum Teil wiederverwendet. Wir finden das alte Baumaterial noch im Dachbodenbereich, an der Apothekertüre und im nördlichen vorderen Seitenschiff.

Der Bau von St. Lorenz wurde durch Spenden, Erbschaften und Ablassverkauf gesichert. Entsprechende Urkunden sind die ersten schriftlichen Quellen über die Lorenzkirche. Man geht davon aus, dass um 1300 in diesem Stadtteil 10.000 bis 15.000 Bürger, meist Handwerker wohnten. Der Plan sah vor, eine dreischiffige Kirche mit zwei Türmen und einem sehr hohen Mitteldach zu schaffen. Der Baubeginn wird auf 1250 datiert, 1370/80 kamen die Arbeiten an der Kirche zu einem ersten Abschluss. Die Türme wurden vermutlich gegen 1400 vollendet.
Durch Zuzug von angesehenen, finanzstarken Bürgern wurde der Ruf nach eigenen Familienkapellen lauter, die durch die Versetzung der Außenwand von etwa 1385 bis 1430 geschaffen werden konnten. Um diese Zeit erfolgt auch der Einbau der drei heute noch vorhandenen Emporen. Nachdem die Reichskleinodien seit 1424 in Nürnberg aufbewahrt wurden, kam es zu einem erheblichen Zustrom von Menschen in die Stadt.

In St. Sebald wurde seit langem der eigene Kirchenheilige Sebaldus verehrt (Heiligsprechung 1425), zu dessen Grab viele Menschen pilgerten. Die Lorenzer besannen sich auf die Gebeine des Hl. Deocarus, des Beichtvaters Karls des Großen aus dem Kloster Herrieden. Durch geschicktes Taktieren versuchte man den Heiligen dem Sebaldus gleichzustellen, wodurch auch in St. Lorenz die Zahl der Wallfahrer stieg. Damit hatte man das entscheidende Argument gefunden, um die Kirche durch einen Hallenchor zu erweitern. Die Grundsteinlegung erfolgte im Oktober 1439 beim Stützpfeiler n IV. In der verhältnismäßig kurzen Zeit von 38 Jahren wurde der Hallenchor vollendet. (Da der neue Chor um den alten herum gebaut wurde, fielen keine Gottesdienste aus!)
Als letzte große bauliche Veränderung ist der Aufgang zur Oberen Sakristei zu werten. Dieses Treppenhaus wurde 1519 eingebaut und diente dem bequemen Zugang zur „Schatzkammer“ der Kirche.
 
Reformation
 
Ein besonderer Einschnitt in der Geschichte Nürnbergs war die Einführung der Reformation im Jahr 1525, die durch die Unabhängigkeit der Stadt, auch im kirchlichen Bereich, ermöglicht wurde. Eine offizielle Disputation hatte die Überlegenheit der evangelischen Argumente erwiesen. In Lorenz wirkte damals der berühmte Prediger Andreas Osiander. Einen Bildersturm hat Nürnberg nicht erlebt, so sind die Kunstwerke und Altäre in der Lorenzkirche erhalten geblieben.
 
Zerstörung im 2. Weltkrieg
 
Ab dem ersten Kriegsjahr des 2. Weltkrieges wurden nach und nach alle Kunstschätze der Lorenzkirche einschließlich der wertvollen Glasgemälde ausgebaut und in verschiedenen Bergungsorten (z.B. dem Kunstbunker unter der Burg) verwahrt. Das Sakramentshaus und das Hauptportal wurden mit einer schützenden Betonmauer umgeben. So konnte mit Ausnahme der Spitze des Sakramentshauses und einigen Totenschildern fast der ganze Kunstbesitz der Kirche durch die Zerstörung hindurch gerettet werden.
Vom Jahre 1943 an bis zum Kriegsende wurde die Lorenzkirche mehrerer Male durch Bomben getroffen.
Der erste und zugleich folgenschwerste Bombentreffer erfolgte am Namenstag der Kirche, am 10./11. August 1943 (Laurentiustag). In dieser Nacht griffen, von 0.48 – 2.35 Uhr, 653 britische Bomber die Stadt an. Eine der ersten Bomben die fielen – wahrscheinlich war es eine Luftmine – prallte im Schrägflug aus östlicher Richtung kommend, erst durch das Dach des Hallenchores, dann gegen die Trennwand von Hallenchor und Hauptschiff und explodierte im Chor. Drei Gewölbejoche im Langhaus wurden total zerstört, im Hallenchor das Gewölbe im Chorumgang völlig herausgerissen, die Maßwerke der Fenster vernichtet, das berühmte Netzgewölbe stark deformiert und das Dach der Kirche ganz abgedeckt. Das Kirchenschiff wurde behelfsmäßig wieder benutzbar gemacht.
Bei dem Fliegerangriff des 2. Januar 1945, der die Altstadt Nürnbergs vernichtete, wurde St. Lorenz erneut schwer getroffen, das Dach über Schiff und Chor fast völlig weggerissen. Die Gewölbekappen im Langhaus stürzen ein und zerschlugen Gestühl und Fußboden. Die erst 1937 neu erbaute Hauptorgel wurde größtenteils, die Orgel an der Nordwand und die Chororgel gänzlich vernichtet. Noch zweimal, im Februar und im März 1945, fielen Bomben auf die Ruinen der Kirche und richteten weitere Schäden an. Sämtliche Strebebögen über dem nördlichen und drei über dem südlichen Seitenschiff rissen ab, zwei wurden total zerstört. Unmittelbar vor der Kanzel hatte sich eine Bombenblindgänger tief in den Boden gewühlt. Der Schutt lag mehrere Meter hoch in der Kirche.
In den letzten Tagen des Krieges, vom 16.- 20. April 1945, beschoss amerikanische Artillerie vom Rechenberg in Erlenstegen aus die beiden Türme von St. Lorenz. Das Ergebnis: 25 Granattreffer, eine Glocke in der Glockenstube des Nordturmes wurde zertrümmert, eine Glocke im Turmhelm in zwei Teile zersprengt. Beide Türme waren schwer beschädigt, doch hielten sie Stand. Dank der Eisenkonstruktion, die im Nordturm nach dem Brand von 1865 errichtet wurde, konnten die Brandgranaten nicht zünden. Bei Kriegsende war die Kirche Ruine, die Außenseite der Kirchenmauern waren zerschunden, gerissen und mit Splittern übersät, doch standen Türme, Mauern und Pfeiler fest und ragten mitten aus den Ruinen der Altstadt auf.
 
Wiederaufbau
 
Bald nach Kriegsende begann man mit den Aufräumungsarbeiten. Zum Sommer 1946 ist der Schutt aus der Kirche geschafft, der Chordachstuhl mit einer Notdeckung versehen und die Luftschutzvermauerung vor dem Hauptportal abgebaut. Im Herbst 1946 wird über dem Mittelschiff ein Stahldachstuhl (aus gestiftetem Material) erreichtet und noch vor Winterbeginn eingedeckt. Dann erst beginnt man mit Hilfe einer 18 m hohen Arbeitsbühne die Instandsetzung der stark zerstörten Gewölbe. 1950 wird die behelfsmäßige Abdeckung des Chores durch einen endgültigen Holzdachstuhl ersetzt.
Seit 1947 bemühte sich Pfr. Gerhard Kübel gemeinsam mit Oberbaurat Julius Lincke intensiv um die Beschaffung von Geld für den Wiederaufbau von St. Lorenz. Am 1.9.1948 erhielt man die Genehmigungsurkunde zum Betrieb des Steinbruchs am Schmausenbuck. Es entstand die „Bauhütte St. Lorenz des Vereins zur Wiederherstellung der Lorenzkirche in Nürnberg e.V.“
Die Währungsreform vom 20.7.1948 bringt jedoch einen großen Einschnitt. Das Spendenaufkommen sinkt drastisch. Über Kontakte tritt man mit Mr. Rush Kress aus New York in Verbindung, dessen Vorfahre Anton Kreß als Geistlicher an St. Lorenz tätig war. Durch die großzügige Vermittlung von Rush Kress wurden dem Verein (für damalige Zeit) riesige Geldsummen für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt: Zunächst 600.000 DM, später weitere 240.000 DM. An seine Unterstützung erinnert heute eine Bronzegedenktafel am Chorpfeiler gegenüber dem Sakramentshaus.
Durch diese namhaften Beiträge sowie zahllose kleinere und größere Spenden war man nach nicht einmal sechs Jahren Bauzeit in der Lage, am Laurentiustag (10.8.) 1952 den ersten Gottesdienst in der wiederhergestellten Kirche zu feiern.

Seitdem wird die Kirche in jahrzehntelanger Arbeit nach und nach instandgesetzt.
Im Keller des Germanischen Nationalmuseums werden im Herbst 1949 Teile der Orginalverglasung der Lorenzer Rosette entdeckt, die anstelle der durch Kriegseinwirkung zerstörten neugotischen Verglasung wieder eingesetzt wird.

Der zerstörte Prospekt der Hauptorgel wird dergestalt neugeschaffen, dass die früher halbverdeckte Rosette wieder in ihrer gesamten Rundung zur Geltung kommen konnte (1952 ist die Neugestaltung abgeschlossen).
Nikolaus- und Katharinenaltar erhalten neue Predellen und Retabelschränke.
Das in viele Teile zersplitterte Chorgestühl wird in aufwendiger Kleinarbeit wieder zusammengesetzt. An die Verdienste von Pfr. Kübel, Julius Lincke und Pfr. Klein erinnern deren geschnitzte Köpfe, eingearbeitet in das zur Rechten stehende Chorgestühl.
Im Chorumgang werden als Ersatz für die zerstörten alten neue Schlusssteine mit vier reformatorischen Leitfiguren (Martin Luther und Wilhelm Löhe rechte Seite – Johann Sebastian Bach und Paul Gerhard linke Seite) eingefügt.
Anstelle des zerstörten Kaiser-Wilhelm-Fensters werden später Scheiben des Sippen- oder Hirsvogelfensters eingefügt. Das stark beschädigte Sakramentshaus wurde, besonders im oberen (fast völlig zerstörten) Drittel, mit Hilfe alter Fotografien und Skizzen so sensibel wiederhergestellt, dass dem unkundigen Betrachter der Übergang von alt zu neu heute nicht erkennbar ist. Eine Markierung am Chorpfeiler links neben dem Kunstwerk zeigt bis heute die Höhe der Einmauerung an. In einigen Seitenkapellen entdeckte man Reste von Fresken. Bei nicht wenigen Holz- und Steinfiguren (u.a. Anbetungsgruppe, Erzengel Michael, Laurentius) wurde die alte Farbfassung wiederhergestellt. Das Geläute der Kirche wird umfangreich erweitert: 1953 durch acht neue Glocken (darunter die Christusglocke als größte im Geläut mit 4.400 kg) und 1955 durch die fünf Glocken des sog. „Cymbel-Geläuts“)
Der Engelsgruß setzte 1971 als internationale Fachrestauration Maßstäbe.
1999 wird in der Nordturmhalle der restaurierte Kreuzesstamm (Fragment des 1945 zerstörten Kruzifixes gegenüber der Kanzel) angebracht.

Um die Lorenzkirche auch in dem guten baulichen und denkmalpflegerischen Zustand zu erhalten, sind im Jahr Auwendung in Höhe von ca. 600.000 DM notwendig. Der Verein zum Erhalt der St. Lorenzkirche e.V. bemüht sich durch Mitglieder- und Spendenwerbung die Lücken, die durch ständig sinkenden Zuschüsse entstehen, auszugleichen. Für das Jahr 2000 musste erstmals ein Nothaushalt aufgestellt werden.

Maße der Kirche
Gesamtlänge: 91,20m
Gesamtbreite: 30m
Mittelschiff
Höhe: 24,20m
Breite: 10,40m
Seitenschiff
Höhe: 11,50m
Breite: 5,90m
Hallenchor
Höhe: 24,20m
Breite: 28,60m
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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