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82964 - Schloss Hallwyl

82964 - Schloss Hallwyl

  • Bestellnummer: 11129
  • Autor: Ulrich Steffen
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab: 1 :  300
  • Bogengrösse:  52 x 33 cm
  • Achtung Porto Korrigieren
 
3.-5. Schuljahr
Ulrich Steffen
Modellbogen
Massstab 1 : 300, bereit zur Montage, mit Bauanleitung und historischem Abriss
Grösse der montierten Burg ca. 50 x 30 cm
Ausgabe 1991
Farbig bedruckter und vorgestanzter Halbkarton

 
Schloss Hallwil
 
Die Burg Hallwil wurde im 11.Jh. durch die Herren von Hallwil gegründet. Die Hallwiler werden als Gefolgschaft der Lenzburger, der Kyburger und der Habsburger genannt. Sie verstanden es, sich ihre Unabhängigkeit zu bewahren und durch geschicktes Verhalten, verschiedene Lehen der Kyburger und Habsburger ihrem Eigengut hinzu zu fügen. Durch einen Ganerbenvertrag zwischen den 4 Brüdern, vermochten sie den Familienbesitz mehrere Jahrhunderte zusammen zu halten (Die Besitztümer wurden nur an männliche Nachkommen vererbt, die Weiblichen erhielten eine Abfindung. Dadurch wurde das Eigengut nicht gesplittet). Tatsächlich blieb der Besitz bis 1925 in den Händen der Familie.
 
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Im 14.Jh. lehnte sich die Familie politisch stark an das Haus Habsburg-Österreich an. Im Sempacherkrieg hatten die Hallwiler deshalb grosse Verluste zu beklagen. Die Burg wurde im 14.und 15.Jh. mehrmals durch Feuer verwüstet. Als 1415 die Eidgenossen den Aargau eroberten wurde die Burg ein Raub der Flammen. Thüring von Hallwil leistete den Bernern auf der Burg Wildegg (siehe dort) erbitterten Widerstand. Johannes VII, der bei der Schlacht von Murten die Vorhut angeführt hatte, erwarb 1486 Burg und Herrschaft Trostburg während seine Verwandten andere Sitze und Ländereien, kauften. Die Familie verzweigte sich bis ins Ausland, ohne dass die Beziehungen zur alten Heimat verloren gingen. Das Schloss wurde 1925 in eine Familienstiftung eingebunden die den Erhalt der Burg zum Ziel hatte. 1994 wurde die Burg an den Kanton Aargau verschenkt. 
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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