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324 - Basler Rheinfähren

324 - Basler Rheinfähren

  • Bestellnummer: 324
  • Autor: Th. Beerli, U. Burkhalter
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 2
  • Sprache: d
  • Massstab: 1:50

Vielleicht hast du auch schon einmal auf einer der vier Fähren in gemächlicher Fahrt den Rhein überquert. Fast lautlos und ohne Motor gleiten die Bote vom einen zum andern Ufer hinüber. Die Strömung des Flusses genügt, um die Schiffchen zu bewegen. Kein Wunder, dass die vier Rheinfähren zu den bekannten Wahrzeichen der Stadt Basel zählen. Sie sind bei Touristen und Besuchern sehr beliebt. Aber auch die Einheimischen benützen die Fähren gerne, um den Rhein zu überqueren. So transportieren die "Fährimänner" die unterschiedlichsten Passagiere. Dabei erfahren sie einiges von den Sorgen und Ansichten ihrer Fahrgäste. Sicher ist auch die eine oder andere Lügengeschichte dabei. Wohl deshalb sagt man in Basel oft, wenn man eine Geschichte nicht ganz glauben will: "Verzell du das doch im Fährima!"

Die Fähren sind alle nach den Wappenhaltern der drei Kleinbasler Ehrengesellschaften getauft. So heisst die St. Alban-Fähre "Wild Ma", die Münster-Fähre "Leu", die Klingental-Fähre "Vogel Gryff" und die St. Johann-Fähre "Ueli".

Mitte letzten Jahrhunderts gab es in Basel nur einen Rheinübergang, nämlich die Mittlere Brücke. Deshalb richtete man nach und nach vier Fähren als "fliegende Fussgängerbrücken" ein. Am Anfang lohnte sich der Betrieb sehr. Nach und nach verbanden aber vier weitere Brücken die beiden Rheinufer. Der Fährbetrieb rentierte deshalb immer weniger. Erst seit sich eine Fährenstiftung für die einmaligen Fahrzeuge einsetzt, benützen wieder mehr Passagiere die Schiffe. Benütze auch du bald einmal eine der Basler Rheinfähren. Es lohnt sich!

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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