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328 - Zeppelin - LZ 129 Hindenburg

328 - Zeppelin - LZ 129 Hindenburg

  • Bestellnummer: 328
  • Autoren: A. Kappeler
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab: 1:600

Die korrekte Bezeichnung für «Zeppelin» ist eigentlich Luftschiff. Weil aber das erste wirklich brauchbare Luftschiff von Graf Ferdinand von Zeppelin konstruiert worden war (um 1900, in der typischen Zigarrenform), nannte man später im Volksmund alle diese Fluggeräte Zeppeline.

Was ist nun ein Luftschiff? - Es ist ein Flugzeug, das (im Gegensatz zu unseren normalen Flugzeugen und Helikoptern) leichter als Luft ist. Wie ist das möglich? Sind denn nicht alle dazu verwendeten Baumaterialien schwerer als Luft, natürlich auch die darin mitfahrenden Menschen und Waren?

Es braucht dazu einfach eine grosse Menge von einem Gas, das leichter als Luft ist und damit den nötigen Auftrieb sicherstellt. Das ist der Grund, warum diese Luftfahrzeuge so riesig sind. (Unser Modell, die «LZ 129 Hindenburg», war 245 m lang und hatte eine Gasmenge von 200'000 m3. Es war allerdings auch der grösste Zeppelin aller Zeiten.) Angetrieben werden die Luftschiffe durch Verbrennungsmotoren mit Propellern, gelenkt durch Steuerruder.

Unsere «Hindenburg» war ein gigantisches Wunderwerk, in jeder Beziehung. Wenn es jeweils lautlos über die Dächer einer Stadt schwebte, verdunkelte sich der Himmel und die Leute blieben stehen und staunten. Nicht nur die Ausmasse waren kolossal, auch was den Passagieren geboten wurde, entsprach den Annehmlichkeiten eines Luxushotels. Da gab es (für die gut 30 Mitreisenden) einen 50 m2 grossen Speisesaal, eine Lounge mit Konzertflügel, zwei 15 m lange Promenadendecks mit Panoramascheiben, dazu auch einen Rauchsalon. Nicht zu vergessen die grosszügigen Kajüten mit Toiletten, Waschräumen und Anrichteraum.

Unser Luftschiff legte am 4. März 1926 ab für den Jungfernflug. Im Verlaufe des Jahres 1926 flog es unter anderem zehnmal in die USA (Rekordzeit 61h 53') und siebenmal nach Rio de Janeiro. Alle Passagiere waren des Lobes voll. Der Zeppelin schien eine makellose Konstruktion zu sein und eine grosse Zukunft zu haben.

Die Techniker und andere Eingeweihte hatten längst um die Gefahr gewusst: die Hindenburg hatte entgegen den Plänen nicht mit Heliumgas gefüllt werden können. Man musste das hochentflammbare Wasserstoffgas verwenden, da die USA kein Helium liefern wollten. Das ging 14 Monate lang gut, dann aber, bei einem Anlegemanöver, in Lakehurst (USA), geschah es: eine Stichflamme, und innert 40 Sekunden war das riesige Luftschiff verbrannt. 35 Personen kamen ums Leben, wie durch ein Wunder konnten die restlichen gut 60 Personen gerettet werden.

Hier noch ein paar nützliche Angaben:

Länge/Durchmesser

245 m / 46.8 m

Maximales Volumen

200'000 m3

Tragfähigkeit

214 t

Nutzlast Passagiere

7 t

Nutzlast Fracht/Post

12 t

Motoren

4 Daimler-Benz-Dieselmotoren, je 16 Zyl., 1320 PS

Fluggeschwindigkeit

125 km/h

Reichweite

14'000 km

Passagiere/Mannschaft

max. 36/60

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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