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323 - Helikopter «Agusta» - 1:30

323 - Helikopter «Agusta» - 1:30

  • Bestellnummer: 323
  • Autoren:  P. Mandzjuk
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f
  • Massstab: ca. 1:30

Der Helikopter (auch Hubschrauber genannt) ist eines der jüngeren Verkehrsmittel. Das erste wirklich gebrauchsfähige Modell entstand 1936 in Deutschland nach Plänen von H. Focke. Nach dem zweiten Weltkrieg fand dieses Fluggerät rasche Verbreitung im Rettungs- und Sanitätsdienst, in der Landwirtschaft und im Luftverkehrs-Zubringerdienst. Gerade die Schweiz mit ihren vielfältigen Landschaftsformen bietet dem wendigen Helikopter mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten.

Technisch betrachtet ist der Helikopter ein Drehflügel-Flugzeug. Das Besondere an ihm ist die Tatsache, dass er senkrecht starten und landen, in der Luft stillstehen und auf engstem Raum wenden kann. Seinen Antrieb und Vortrieb erreicht er durch eine oder mehrere Hubschrauben. Diese besteht aus 2 bis 6 (bei unserem Typ 2 und 4) schmalen Flügelblättern, die in einer Nabe beweglich gelagert sind. Durch die rasche Kreisbewegung der Hubschraube entsteht, je nach Anstellwinkel der einzeln verstellbaren Flügelblätter, eine Aufwärts- und Vorwärtsbewegung. Die höchste Fluggeschwindigkeit beträgt 300 km/h, liegt also beträchtlich unter derjenigen eines Propeller- oder gar Strahlflugzeuges.

Unser Helikopter vom Typ AGUSTA A-109 K2 gehört der REGA (Schweizerische Rettungsflugwacht), die nun 15 Stück dieser Art besitzt. Er ist mit zwei Turbinen-Triebwerken à 771 PS, mit Satelliten-Navigation und damit kombinierter Bildschirm-Landkarte, mit modernsten Funkgeräten, einem superstarken Suchscheinwerfer und digitalem Autopilot-System ausgerüstet. Für die Rettungseinsätze am Unfallort dienen neben der 50 m langen Rettungswinde eine Vielzahl von medizinischen Geräten und Apparaturen. Retten und helfen - das ist das Ziel der REGA. Ihre Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sind sprichwörtlich geworden. Die 13 Einsatzbasen sind so über das ganze Land verteilt, dass fast jeder Einsatzort innerhalb einer Viertelstunde erreichbar ist. Jedes Jahr werden Abertausende von Einsätzen geflogen, auch ins Ausland, und viele Menschen wirksam aus einer grossen Notlage befreit oder gar vor dem sicheren Tod gerettet.

Technische Angaben:

Länge über alles:

13,05 m

Rotordurchmesser:

11,00 m

Kabinenbreite innen:

1,42 m

Reisegeschwindigkeit:

263 km/h

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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