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322 - Truck (US-Sattelschlepper) - 1:38

322 - Truck (US-Sattelschlepper) - 1:38

  • Bestellnummer: 322
  • Autor: div.
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d, f 
  • Massstab: 1:38

Truck (US-Sattelschlepper)

Truckern gehört heute das weite Land in Amerika, zumindest auf den Strassen. Ihre Fahrzeuge sind oft wahre Kunstwerke auf fünf Achsen; Chrom, Stahl, Lampen, Farben bestechen das Auge. Sie fressen auf dem Highway Kilometer um Kilometer, vorwärtsgetrieben von Motoren mit Hunderten von Pferdestärken. Die ersten Prototypen hatten Vollgummireifen, und die Fahrer mussten ihre Arme aus den Fenstern strecken, um ausserhalb der Fahrerkabine einen andern Gang einzulegen. In nicht einmal hundert Jahren haben sich diese ersten Lastwagen zu supermodernen Riesen auf 18 Rädern entwickelt.

Es begann alles im ersten Drittel unseres Jahrhunderts. In einigen amerikanischen Städten machten sich waghalsige Männer daran, aus den schnaufenden Lastwagen-Dinosauriern hoch-gepowerte Trucks zu konstruieren. Von Anfang an gab es einen grossen Konkurrenzkampf, da es sowohl an der Ost- wie an der Westküste Betriebe gab, die Lastwagen mit immer besserer Technologie und mehr Luxus auf den Markt brachten. Die Gesellschaften, die heute noch Trucks bauen, wurden alle in den Krisenjahren Ende der 20er Jahre gegründet: Peterbilt, Kenworth, Mack, Freightliners, Ford, International, GBC, White, Dodge. Während des Zweiten Weltkrieges machten die Lastwagen gewaltige mechanische Fortschritte. Sie profitierten von leistungsfähigeren Motoren, revolutionären Stossdämpfersystemen, die aus der Flugzeugtechnik stammten, oder von neuartigen Kraftstoffgemischen.

Es gibt nichts, was die Trucks nicht transportieren: Nahrung, Kleidung, Saatgut, Zeitungen, Baumaterial... Die Trucks erfüllen zusammen mit den Eisenbahnen mit ihren zum Teil kilometerlangen Güterzügen eine wichtige Aufgabe in der Versorgung Amerikas.

Gefahren werden diese gewaltigen Luxusmaschinen von Truckern. Sie leben mit und für ihre Trucks; ein Lastwagen ist nicht einfach eine Maschine, sondern Teil des Fahrers. Deswegen sind die Trucks auch so kunstvoll bemalt, mit zahlreichen Lämpchen dekoriert und die Schlafkojen so luxuriös ausgestattet.

Die Trucker verbringen einen Grossteil ihres Lebens auf der Strasse. Sie schlafen in ihren Lastwagen und essen an den Truck-Stops. Truck-Stops sind speziell für Trucker eingerichtete Städte ausserhalb der eigentlichen Stadt. Hier warten sie stundenlang auf eine neue Ladung, hier sind Dutzende von Tankstellen, Restaurants, Supermärkten, Duschräumen etc. Mit Ladung geht's wieder auf die Strasse, Hunderte von Meilen, bis zum nächsten Truck-Stop.

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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