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317 - Postauto - 1:44

317 - Postauto - 1:44

  • Bestellnummer: 317
  • Autor: Röbi Eberhard
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 1
  • Sprache: d
  • Massstab: 1:44

Wer kennt sie nicht, die gelben Reisewagen unserer Post. Viele Leute fahren damit täglich zur Arbeit oder in die Schule. Im Winter werden mit dem Postauto zahlreiche Skifahrer sicher ins Skigebiet befördert. Die Postautos sind somit für uns eine Selbstverständlichkeit geworden. Kaum ein Fahrgast denkt wohl über die Ursprünge des Postverkehrs nach, wenn er mit unseren modernen Postautos von einem Ort zum andern reist.

Früher, als es noch keine motorisierten Fahrzeuge gab, wurden diese Strecken mit Postkutschen bedient. Bis zur Gründung des Schweizerischen Bundesstaates organisierte das jeder Kanton selber. Erst nach 1848 wurde das Postwesen der Schweizerischen Eidgenossenschaft übertragen, d.h. erst dann wurde die Beförderung von Passagieren und Postsendungen staatlich organisiert. Eine Reise von Flüelen nach Camerlata (am Comersee) dauerte damals allerdings noch volle 23 Stunden! Eine solche Fahrt war nicht nur ermüdend, sondern konnte auch recht abenteuerlich sein. Als 1882 der Bau der Gotthardbahn sowie der meisten übrigen Eisenbahnlinien der Schweiz vollendet war, bedeutete dies das Ende der Postkutschenzeit.

Heute sind die Reisezeiten kürzer geworden, und die Fahrten können in aller Ruhe genossen werden. Denn sowohl die Fahrkunst der gut ausgebildeten Chauffeure als auch die Technik der modernen Postautos vermitteln dem Fahrgast ein Gefühl der Sicherheit. Man staunt vielleicht ab und zu, mit welcher Überlegenheit der Fahrer sein grosses Gefährt sicher durch die engen Dörfer und Kurven steuert.

Hauptaufgabe unserer Postautos ist es, abgelegene Ortschaften, enge Bergtäler oder abseits der Bahnlinien gelegene Dörfer mit den grösseren Verkehrszentren zu verbinden. Die Postautos bilden somit den verlängerten Arm der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Mit diesem Modellbogen lässt sich ein modernes Flachlandpostauto im Massstab 1:44 nachbilden.

Technische Daten:

Länge:

11,61 m

Breite:

2,50 m

Höhe:

3,09 m

Gesamtgewicht:

17 t

Dieselmotor:

ca. 320 PS

Stehplätze:

48

Sitzplätze:

47

Fahrpersonal:

1

Total Plätze:

96

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Einzelpreis 4.50 SFr
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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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