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321 - Rhätische Bahn

321 - Rhätische Bahn

  • Bestellnummer: 321
  • Autorin: Nicole Hindges
  • Schwierigkeitsgrad: ab 10 J.
  • Selbständige Einzelteile: 3
  • Sprache: d+f
  • Massstab: 1:75

Rhätische Bahn - Lokomotive Ge 4/4 11

Graubünden, der grösste Kanton der Schweiz, wird durch das 376 km lange Streckennetz der Rhätischen Bahn (RhB) erschlossen. Die RhB ist eine Schmalspurbahn mit Meterspur, und ihre Linien gehören zu den landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Europas.

Gebaut wurde die RhB auf Initiative des Holländers William Jan Holsboer. Er gründete in Davos 1867 das erste Kurhaus und sah bald, dass die Anreise in der Postkutsche für die Besucher lange und mühsam war. Er begann, für die Idee einer Schmalspurbahn bei der Bevölkerung zu werben. Im Frühjahr 1888 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, und ein Jahr später war das erste Teilstück Landquart-Klosters eröffnet. So nahm die Rhätische Bahn ihren Anfang.

In den Jahren 1941-1943 übernahm die RhB drei bisher unabhängige Bahnen. Jede dieser Bahnen benutzte jedoch ein anderes Stromsystem, so dass die Rhätische Bahn heute mit vier verschiedenen Stromsystemen fährt.

115 Tunnels und Galerien sowie 485 Brücken waren beim Bau des RhB-Netzes notwendig. Der höchstgelegene Punkt ist die Station Ospizio Bernina auf 2253 m.ü.M, am tiefsten liegt Tirano mit 429 m.ü.M. Beide Punkte liegen übrigens an der Berninalinie.

Die RhB besitzt heute einen Fahrzeugpark von etwa 100 Lokomotiven und Triebwagen, 300 Personenwagen, 17 Postwagen, 50 Gepäckwagen und 5 Speisewagen. Mit diesem Modell kannst du einen der modernsten Züge der RhB basteln.

Technische Daten:

Lokomotive Ge 4/4 11:

Länge über Puffer:

12,96 m

Max. Geschwindigkeit:

90 km/h

Gewicht:

50 t

1.KI.-Wagen:

Länge über Puffer:

16,45 m

Gewicht leer:

15 t

Sitzplätze:

34

2.KI.-Wagen:

Länge über Puffer:

16,45 m

Gewicht leer:

15 t

Sitzplätze:

51

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Modellbogen und Werkhefte
  • Natürlich hat Edwin Morf den Modellbogen nicht erfunden. Vorläufer davon gibt es seit Mitte des 16. Jahrhunderts. In der Rokoko-Zeit hat der Dichterfürst Goethe »allerley artige Lusthäuser ... mit Pilastern, Freitreppen und Dächern« aus Papier ersonnen. Grosse Mode wurde der Modellbogen aber erst im 19. Jahrhundert, vor allem nach der Erfindung der Lithographie. Damals kamen in deutschen und französischen Verlagen Tausende von Modellen auf den Markt; alles Erdenkliche wurde angeboten, Königspaläste, Tempelruinen, Opernhäuser, funktioniernde (!) Dampfmaschinen und Nähmaschinen, Unterseeboote und Eiffeltürme in allen Grössen. Neben hervorragenden Konstruktionen gab es auch viel eilig hergestellten, billigen und geschmacklosen Schund.
  • Die Modellbogen des von Edwin Morf ins Leben gerufenen nachmaligen Pädagogischen Verlages verstanden sich von Anfang an als Zeichen einer Reformbewegung und eines Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg. Die Modelle sollten qualitativ hochstehend, kindergerecht und lehrreich sein und schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen Rechnung tragen. Von diesem pädagogischen, ja volkserzieherischen Impetus zeugt ein Rundschreiben Morfs aus Jahre 1933, aus dem folgende Passage zitiert sei:
  • »Wenn die Abende früher hereinbrechen, taucht für alle, die sich für das Wohl der Jugend verantwortlich fühlen, die wichtige Frage auf: Wie beschäftigen wir unsere Jungmannschaft, besonders das tatendurstige Bubenvolk, unterhaltend und nutzbringend? Die jungen Leute sollen lesen! höre ich sagen. Nur lesen? Nein, auch mit Hand und Werkzeug will und soll unsere Jugend tüchtig werden, soll Genauigkeit und Ausdauer üben und dies auf eine Weise, als ob's Spiel wäre. Unmerklich soll ihr die Freude an sauberer Arbeit aufgehen. Sie möchte gerne etwas Schönes entstehen sehen, das noch nach Jahren Zeuge ihres Fleisses, ihrer Ausdauer und Erfindungsgabe sei, darauf hat sie ein Recht.«
  • Über diesen Punkt herrscht heute weiterherum Einigkeit: wie alle »nützlichen« Freizeitbeschäftigungen ist das Modellbogenbasteln nicht nur ein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern hat auch einen nachhaltigen Lerneffekt. Geschult werden, ganz nach Edwin Morfs Ansicht, Ausdauer und Genauigkeit, im Einzelnen das Umsetzen einer komplizierten Anleitung, die Feinmotorik, das räumliche Sehen. Jedes Kind, das ein Modell nach einem Konstruktionsplan ohne böse Fehler nachbauen kann, hat eine beachtliche Leistung vollbracht und hat nachher auch ein greifbares, schönes Resultat in den Händen. Auf dieses darf es stolz sein; es ist ein sichtbares Erfolgserlebnis, das zu weiteren Taten anspornt. Und ganz nebenher erfährt es noch eine Menge Wissenswertes über das Objekt, das es soeben konstruiert hat, über dessen Geschichte, Bedeutung und Funktion.
  • Obwohl sich seit den Gründungsjahren des Verlages die Welt insgesamt und die Welt des Kindes im Besonderen dramatisch verändert hat, erfreut sich der Modellbogen ungebrochener Beliebtheit. Offensichtlich bietet das Basteln eines schönen Kartonmodells etwas, das weder Barbie-Puppen noch Videospiele, weder Elektronik-Baukästen noch Game-Boys bieten können. Die Verkaufsziffern sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Der Modellbogen wird nicht aussterben; diese Prognose sei hier gewagt. Trotz Infotainment und dauernder Musikberieselung, trotz der Attraktivität von schnarrendem, piepsendem, umhersausendem Techno-Spielzeug aller Art: wenn's dann irgendwann für einmal still wird im Kinderzimmer, dann kommt er wieder auf den Tisch, der alte, geliebte Modellbogen, und dann herrscht wieder Ruhe, Konzentration, Aufmerksamkeit - und stille Freude über das gelungene Werk.
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